Schloss Gandegg

Fraktion: St. Michael
In einer Gegend, die Pigenò genannt wird, nordöstlich der Gand bzw. unterhalb von Schloss Englar, befindet sich auf einer kleinen Anhöhe das Schloss Gandegg.
Die gesamte Gestaltung dieses Gebäudes scheint auf Kriegszwecke hinzuweisen. Weit gefehlt! Behaglich schönes Wohnen stand als Idee bei der Gestaltung im Vordergrund. Bevor es um 1550 von Herrn Blasius Khuen von Belasi in der heutigen Form errichtet wurde, stand an der Stelle des Schlosses ein wesentlich unscheinbareres, das eher einem Gehöft gleichkam.
Um 1410, als Friedrich mit der leeren Tasche sich gegen einen Angriff Heinrich von Rottenburgs wehren musste, wurde damals noch der Maierhof mit einem Turm versehen. In dieser Zeit genossen Gebäude und Insassen Adelsfreiheiten, jedoch nur bis zum Tod von Rottenburgs.
1434: Die Herren von Annenberg im Vinschgau verliehen den Hof immer wieder an Bauern weiter. 1510 verkaufte Ritter Jakob Fuchs von Fuchsberg an den Nichtadeligen Caspar Pernstich. Als er 27 Jahre später verstarb, verkaufte sein Sohn an die drei adeligen Brüder Georg, Matthias und Blasius von Khuen zu Belasi im Nonsberg.
Blasius von Khuen wurde der Stammvater der heutigen Linien Khuen Belasi. Außerdem vererbte der Gerichtsherr von Eppan - Altenburg auch sein würdevolles Amt an viele seiner Nachfahren weiter. Das Wappen der Familie ist ober dem Eingang von Schloss Gandegg in Stein gemeißelt zu sehen. 1698 wurde dem Gebäude noch die Schlosskapelle "Maria Schnee" hinzugefügt.
Konzerte, vor allem klassischer Art werden hier - passend zur Umgebung - veranstaltet. Augen schließen und genießen!
Die Räumlichkeiten des Schlosses sind prunkvoll ausgestattet: kassettierte Holzdecken, Flügeltüren mit Intarsien versehen, Kachelöfen aus dem 16. und 17. Jahrhundert werden Sie beeindrucken.
Auf dem Weg von St. Michael zu den Eislöchern kommt man auch an Schloss Gandegg vorbei und kann zugleich einen Blick auf Schloss Englar werfen, das wenige Meter oberhalb liegt. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Wanderung!







