Schloss Englar

Fraktion: St. Michael
In freier Lage liegt das Schloss Englar oberhalb von St. Michael, eingebettet in einen Dornröschengarten. Direkt hinter dem Schloss liegt auf einer kleinen Anhöhe die Schlosskirche zum Hl. Sebastian.
Der Name Schloss Englar wird vom mittelalterlichen Begriff "in glara" abgeleitet, was so viel bedeutet wie "im Schottertal" - im Schottertal deshalb, weil es aufgrund des nahe gelegenen Furglauer Wildbaches zu häufigen Vermurungen in dieser Gegend gekommen sein muss.
Das Schloss ist gegen Ende des Mittelalters nicht als wehrhafte Burg, sondern als vornehmer Adelsitz der Überetscher Adelsfamilie Firmian erbaut worden. Christof von Firmian wollte dieses Schloss 1470 für seinen einzigen Sohn Bartholomäus bauen lassen, konnte dessen Fertigstellung aber leider nicht mehr erleben (+ 1486).
Im Jahre 1528 wurde dann das Schloss um den westlichen Trakt erweitert. Bereits vorher, gegen 1450, wurde mit dem Bau der St. Sebastian-Kirche begonnen.
Nach dem Tode des Ritters Batholomäus von Firmian im Jahre 1528 kam das Schloss durch Heirat in den Besitz des Grafen Kaspar Thun, sein Sohn Arbogast verkaufte es 1621 an die Familie der Grafen Khuen, welche seither das Schloss bewohnen und auch Gäste im Schloss aufnehmen...
Bezeichnend für die Konstruktion des Schlosses ist das ungewöhnlich hohe und steile, "nordisch" anmutende Walmdach. Es gilt als das stilreinste gotische Schloss in Südtirol. Die Formen der Fenster, Türen und Erker sowie das Gewölbe im Erdgeschoss weisen den typischen Stilcharakter der Südtiroler Spätgotik (1450 - 1550) auf.
An den Schlosshof grenzen die Mauerreste eines begonnen Zubaues aus dem 17. Jahrhundert; diese großzügige Anlage wurde jedoch nie fertig gestellt und dient heute als schattiger Turniergarten oder wird für Feierlichkeiten und Feste gerne verwendet. Aus dem 18. Jahrhundert stammen die den Schlosshof umgebenden Wirtschaftsgebäude; darunter ein eindrucksvoller, harmonischer Bau, welcher heute noch als Stall, Kornspeicher und Stadel dient.







