Essgewohnheiten rund um Südtirol

Besonderheiten und Tradition...
Die „Südtiroler Norm“ sind grundsätzlich fünf Mahlzeiten am Tag. Früher gab es – im Gegenzug zu einer Tasse Kaffee und Brot – eine Brennsuppe aus gerösteten Mehl oder Milch mit Stücken aus hartem Brot. Heute ist dieses morgendliche Mahl grossteils durch vielfältigste und reichhaltige Varianten ersetzt geworden.
Zum Halbmittag, etwa um neun Uhr, bekommt man oft Kartoffel oder Schüttelbrot mit Käse, Kaminwurzen (getrocknete Würste) oder andere Speisen, bei schwerer Arbeit Brot und Speck. Der typische, zu einem guten Drittel weiße Speck, ist von der Südtiroler Küche kaum wegzudenken. Die komplizierte Herstellung auf dem Bauernhof dauert von Weihnachten bis Mai.
Zum klassischen Mittagessen gehören die Tiroler Speckknödel: Kleine aus hartem Weißbrot und Speck geröstete Würfel werden mit etwas Mehl, Milch, Eiern, Schnittlauch und Petersilie vermischt, zu runden Klößen geformt und gesotten. Als Beilage kann man Brühe, Salat, rote Rübe, Sauerkraut oder Gulasch essen.
Seltener geworden sind die früher weit verbreiteten, mit Buchweizenmehl gemachten „plentenen“ Knödel, die Käseknödel der Fasttage, die Zwetschgenknödel oder die Blutknödel nach der Schweinschlachtung.
Die Marende am Nachmittag entspricht vielfach dem Halbmittag.
Abends war früher oft Mus (in Milch gekochtes Mehl) üblich. Sehr gut ist abends auch die Gerstensuppe mit geräucherten Fleischresten.
Eigentümlich ist die Verwendung der Mohnsamen. Mohn wird auf Süßspeisen, Krapfen und Brötchen gestreut. Zudem kann man Mohnsamen auch beispielsweise auf den „Schlutzkrapfen“ finden, den mit Spinat und Quark gefüllten Teigtaschen mit Butterschmalz und Reibkäse.
Im Pustertal und in den angrenzenden Gebieten gibt es keinen Samstagabend ohne die traditionellen „Türtlan“, größere runde, mit Spinat und Quark oder auch mit Sauerkraut gefüllte und gebackene Teigtaschen. Die herkömmlichen Süßspeisen sind mit Marmelade gefüllte Krapfen.
Viele Spezialitäten und Weine kann man in eigenen „kulinarischen“ Wochen verkosten.






