Manifesta: ein Netzwerk für die Kunst

Manifesta, die europäische Wanderbiennale für zeitgenössische Kunst, ist bekannt für ungewöhnliche Schauplätze...
...neue Ausstellungsmodelle, experimentierfreudige Kuratoren.
In Südtirol werden die ehemalige Alumix-Halle in Bozen, ein wertvolles Beispiel rationaler Industriearchitektur aus den 1930er Jahren, als die faschistische Regierung aus Bozen eine italienische Industriestadt machen wollte, und die Festung Franzensfeste die Manifesta 7 vom 19. Juli bis zum 2. November beherbergen. Im Trentino sind es das ehemalige Postgebäude in Trient und die Industrieschauplätze Manifattura Tabacchi und Ex-Peterlini in Rovereto.
Eines der Ziele der Manifesta ist es, ein internationales Netzwerk zu spannen. Dafür lässt sich jede Manifesta auf die gesellschaftlichen und politischen Besonderheiten des jeweiligen Standortes ein.
In der Alumix-Halle in Bozen etwa werden sich Künstler mit der Geschichte der Halle und der mit ihr verbundenen Arbeiter befassen. Die Halle ist somit nicht Container für Kunst, sondern immanenter Teil der Ausstellung. Mit Spannung wird auch die von allen drei Kuratoren Adam Budak, Anselm Franke und Raqs Media Collective gemeinsam gestaltete Bespielung in der Franzensfeste erwartet.
Geplant ist dort eine Ausstellung, die auf immateriellen Ausdrucksformen – Ton, Licht, Sprache – basiert und damit auf sichtbare Objekte weitgehend verzichtet.
Die Idee zur Biennale Manifesta entstand in den frühen 1990er Jahren, als die Kunst auf die politischen und sozialen Veränderungen in Europa reagierte. Die erste Manifesta wurde 1996 in Rotterdam ausgetragen, seitdem zählt die Schau, die ihren Sitz in Amsterdam hat, neben der Biennale von Venedig und der Documenta in Kassel zu den weltweit bedeutendsten Kunstereignissen und findet alle zwei Jahre an einem anderen Ort in Europa statt.
c Foto: Autonome Provinz Bozen
Manifesta 7 - Europäische Biennale für zeitgenössische Kunst
Zeitraum: 19. Juli - 2. November 2008
Standorte: Festung Franzensfeste, Alumix (Bozen), Ex-Postgebäude (Trient), Ex-Peterlini (Rovereto), Manifattura Tabacchi (Rovereto)
Kuratoren: Adam Budak (Krakau/Graz), Anselm Franke (Antwerpen/Berlin) und Hila Peleg (Berlin), Raqs Media Collective (New Dehli)
Koordinatoren vor Ort: Andreas Hapkemeyer (vormals Direktor Museion Bozen), Fabio Cavallucci (Leiter der Galleria Civica di Arte Contemporanea in Trient)
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 19 Uhr
Eintrittspreis: 15 Euro, kein Einzelticket für die jeweiligen Standorte
Führungen: werden in allen Standorten angeboten, in der Franzensfeste sind außerdem Führungen durch die historische Festung buchbar
Kontakt: Komitee Manifesta 7, Crispistraße 15 in Bozen, info@manifesta7.it / www.manifesta7.it






