MMM Firmian - Parcours

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Das Messner Mountain Museum Firmian wurde in der Ruine des Schloss
Sigmundskron bei Bozen errichtet

Durch das weitläufige Ausstellungsgelände führt ein Parcours, der die verschiedenen Exponate, Gemälde und Kunstwerke in einzelne Themenbereichen
gliedert.

Über das Haupttor von Süden her kommend betritt der Besucher das MMM Firmian auf Schloss Sigmundskron. Der Rundgang beginnt im unverändert belassenen unteren Schlosshof. Im Erdgeschoss des Neubaus linker Hand befinden sich die Kasse und der Museumsshop, darüber die Verwaltung und die Hausmeisterwohnung. Folgt man dem ansteigenden Weg nach oben befinden sich auf der gleichen Seite im Westrondell das Café, das Restaurant, die Vinothek und ein Vortragssaal. Darüber liegt ein großer Raum für jährliche Wechselausstellungen.

Im Weißen Turm des Schlosses befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte von Sigmundskron. Die ersten geschichtlichen Erwähnungen unter dem Namen „Formicaria“ (später „Formigar“) stammen aus dem Jahre 945 Kaiser Konrad II. übergab diese 1027 dem Bischof von Trient. Im 12. Jahrhundert wird die Burg Ministerialen übergeben, die sich von da an „von Firmian“ nennen. Um 1473 kauft der Landesfürst von Tirol, Herzog Sigmund der Münzreiche, die Burg, lässt sie zu einer Festung ausbauen und benennt sie um in Schloss Sigmundskron. Von der alten Burg Formigar bleiben nur noch bescheidene Reste übrig, die größtenteils auf dem höchsten Punkt des Festungsterrains gelegen sind. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten muss Sigmund die Burg bald darauf verpfänden. In der Folge verfällt die Anlage immer mehr. Ende des 18. Jahrhunderts gehört die Burg den Grafen Wolkenstein, 1807 bis 1870 den Grafen von Sarnthein, danach bis 1994 den
Grafen Toggenburg.

Das Schloss ist ein wichtiges politisches Symbol für die Südtiroler: 1957 fand hier unter der Führung von Silvius Magnago die größte Protestkundgebung in der Geschichte des Landes statt. Über 30.000 Südtiroler versammelten sich in der Burganlage, um gegen die Nichteinhaltung des Pariser Vertrages zu protestieren und eine eigenständige Autonomie zu fordern ("Los von Trient").

Vor kurzem wurde das Schloss bzw. die Ruine von der autonomen Provinz Bozen erworben. Die Ausstellungsstücke, meist Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert, nehmen darauf Bezug.
Über den Weißen Turm führt der Weg zum Nordrondell. Thema dieses Gebäudes sind die Religionsstifter aus den Bergen und ihre Schüler. Exemplarisch hierfür zeigt Reinhold Messner den Hinduismus. Im Obergeschoss steht mittig eine tibetische Gebetsmühle und in den Fensternischen befinden sich 18 Buddhas (auch aus Tibet, 18. Jahrhundert, bemaltes Holz). Das Untergeschoss, erreichbar über den Zengarten, ist den großen Philosophen aus den Bergen und ihren Visionen gewidmet. Auf den drei Thangkas (lamaistisches Rollbild zur Meditation) sind Guru Rimpoche und Milarepa dargestellt. Das zentrale Thangka ist älteren Datums und stammt aus dem Kloster Sera bei Lhasa. Das linke zeigt Milarepa (1052 – 1135, Mönch, Dichter, Philosoph; einer der berühmtesten lamaistischen Heiligen Tibets) auf
einem Sonnenstrahl auf den Gipfel des Kailash (Heiliger Berg Tibets) reitend, das rechte Gesar Ling, einen tibetischen Krieger und König (später in einer Höhle meditierend). Auch die Applikationen, Bronzen, Holzskulpturen und Ritualgegenstände stammen aus der tibetischen Kultur.

Auf dem weiteren Weg sieht der Besucher links unten die in den Fels geschlagenen Stufen des Felsentheaters (200 Plätze), das Vorträgen, Lesungen, Schauspiel und Konzerten Raum bietet. Im Schlosshof befinden sich verschiedene Skulpturen, wie das von Reinhold Messner errichtete Steinmännchen, einem Inuksuk (aus der Sprache der Inuit, bedeutet: gleich einem Menschen) nachempfunden und eine moderne Skulptur (auf die Fahne Tirols Bezug nehmend) von Eduard Habicher. Vorbei an zwei Messingtigern steigt die Treppe nun an zum Aussichtsplatz vor Laurins Höhle. In diesem Stollen befinden sich Figuren der Südtiroler Sagenwelt: sechs Frauen aus Fanes und eine Keramikgruppe von Traudi Erckert. Des Weiteren Steine und Kristalle, die auf die Entstehung der Berge aus dem Erdinneren hinweisen.

Die alpine Geschichte ist der Schlüssel zum Verständnis der Berge. Das moderne Bergsteigen beginnt in den Alpen (1786 erste Besteigung des Mont Blanc) und wird weltweit als Alpinismus bezeichnet. Der Entwicklungsgeschichte des Bergsteigens widmet Messner das zentrale und höchste Gebäude der Burg, den Ost Palais: über zehn Schlüsselfiguren (von De Saussure über Georg Winkler, E. G. Lammer bis zu Lionel Terray) wird die Geschichte des Bergsteigens erzählt. Als optische und emotionale Hilfen werden Portraits, Bilder und „Reliquien“ (z.B. Absturzseil von L. Terray) gezeigt. Im Eingangbereich ragt ein riesiger Bronze- Stalaktit von Giovanni Pezzei von der Decke. Danach betritt der Besucher den von Stephan Huber gestalteten Raum mit den aufwendigen Installationen von De Saussure und einer Karte Reinhold Messners. Im Untergeschoss erzählen Gemälde von Andy Warhol und Installationen von Stephan Huber sowie Vulkangestein aus aller Welt (Vesuv, Etna, Fujiyama, Kilimanjaro, Popocatepetl, Stromboli) die Entstehungsgeschichte der Bergwelt. Darstellungen vom Mont Blanc, der La Meije, dem Weißhorn, dem Großglockner, dem Matterhorn und dem Cerro Torre aus den Jahren von 1886 bis heute bilden im Obergeschoss eine Galerie zum Thema „Die Alpen in der Malerei“.

Den Bergen der Welt und ihren Bewohnern widmet Messner den oberen Hof und die beiden Südrondelle. Im Südrondell Ost werden an Hand von Gemälden und Exponaten bedeutender Künstler wie E. T. Compton (1849-1921) oder Gottfried Helnwein (geb. 1948 in Wien) die Gefahren und der Zauber der Gebirgswelt vermittelt. Im Sündrondell West sind die Gebirge und Berge verschiedener Kontinente vertreten.

Hoch oben, auf der Mauer zwischen den beiden Südrondellen, schafft Messner einen Tanzplatz der Götter – bronzene Götter und Geister aus dem Himalaja verzaubern den Besucher.
Verlässt man die beiden Türme des Südrondells führt eine Treppe durch den Felsenschacht zurück in den Torturm. Berge und Wüsten, Mythos und Auflösung sind die Themen dieses Ausstellungshauses. Mit der Frage nach der Vergänglichkeit der Berge und deren Ursprüngen schließt der Parcours mit Symbolen aus srähistorischer Zeit - der Abstieg gilt noch einmal den Anfängen.

Die Kapelle in der Mitte des Schlosses, auf dem höchsten Punkt des Berges, ist unbegehbar. Bei den Bauarbeiten zum Museum MMM FIRMIAN wurde im März 2006 dort ein jungsteinzeitliches Grab entdeckt in dem Skelettreste einer Frau gefunden wurden. Das Grab wird auf 6.000 bis 7.000 Jahre alt geschätzt.

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