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Von Rittern, Höfischen und Minnesängern

Bis zu 800 Burgen, Schlösser und Festungen mit Rittersälen, Burggraben, Verliesen und Türmen sind in Südtirol zu erkunden. Besonders eindrucksvolle Zeugnisse des Mittelalters sind in der weitläufigen hügeligen Landschaft von Eppan zu finden. Eine Spurensuche.
 

Ob Entdecker oder Genießerin, wildromantische Naturliebhaberin oder geselliger Gruppenmensch – Eppans mächtige Zeugen der Vergangenheit begeistert alle. Am besten wandelt man mit Wanderschuhen oder dem Fahrrad auf den Spuren von Rittersleuten, Höfischen und Minnesängern. Als Ausgangspunkt kann man getrost das Ortszentrum von St. Michael | Eppan wählen, um rasch Schloss Moos-Schulthaus als erstes Ziel zu erreichen. Schon die Außenansicht des wuchtigen Gemäuers wirft den Besucher in längst vergangene Zeiten zurück. Tatsächlich stand hier bereits um 1270 ein Wohnturm mit zwei voneinander unabhängigen Ansitzen. Seit 2013 wird das Schloss vom Südtiroler Burgeninstitut verwaltet. Heute sind die Schätze von Schloss Moos-Schulthaus in Form eines kleinen Volkskundemuseums der Öffentlichkeit zugänglich – die spätmittelalterliche Wohn- und Lebensart wird hier lebendig. Zudem können die Besucher bei den geführten Besichtigungen die zeitgenössische Tiroler Kunstsammlung des Kunstmäzens Walther Amonn bestaunen.

Der hohe Wohnturm lädt ein, den Blick über die nahe Umgebung schweifen zu lassen und das geübte Auge erkennt die Ruine Altfirmian mit den vornehmen Schlössern Gandegg und Englar sowie die kleinen Kapellen St. Sebastian, St. Katharina und der romantischen Gleifkirche. Dort findet sich auch der sagenumwobene Teufelsessel aus Stein. Wer sich für den Tagesausflug zeitlich nicht eingeschränkt hat, sollte einen lohnenden Abstecher zu den nur wenige Gehminuten entfernten Eislöchern in Erwägung ziehen. Nach der kühlen Frische dieses einmaligen Naturphänomens kann es flugs in Richtung Missian | Eppan gehen, dem Wegweiser Schloss Korb/Boymont folgend. Stolz und mächtig thront das Schloss Korb als Oase der Gastlichkeit auf einem Hügel oberhalb von Missian | Eppan. In dieser Umgebung wurde auch schon so manch bekannte TV-Sendung produziert, wie etwa der ZDF-Fernsehgarten.

VON BOYMONT NACH HOCHEPPAN
Einige Gehminuten weiter lädt die Burgschenke derBurgruine Boymont zur Einkehr ein. Die Burgruine bietet neben einem beeindruckenden Panoramablick auch leckere traditionelle Gerichte im Innenhof an. Boymont wurde von den Grafen von Eppan um 1235 als Wohnburg erbaut, 1425 wurde ein großer Teil davon ein Raub der Flammen: Brandstiftung. Doch viel altes Mauerwerk und auch Räumlichkeiten sind erhalten geblieben. Durch sogenannte Triforen, schöne Dreibogen-Fenster, kann man die Blicke schweifen lassen oder sich im großen Innenhof bei einer Jause stärken.

Bald schon lockt aber das nächste mittelalterliche Highlight: die Burg Hocheppan. Über Stock und Stein gelangt man über eine 60 Meter lange gesicherte Holzstiege zur ehemaligen Zugbrücke dieser geschichtsträchtigen Burg, die der Gemeinde Eppan ihren Namen gab. Plötzlich lichtet sich der schattenspendende Wald und eine sonnige Lichtung tritt hervor. Der Ausblick ist einfach phänomenal. Auf der Schlosswiese sind Zielscheiben aus Stroh aufgestellt und der Besucher kann sich wie vor Jahrhunderten in seinen Schieß- und Trefffähigkeiten mit Pfeil und Bogen üben.

 
 
 

DER ALLTAG ENDET VOR DER HOLZBRÜCKE
Hier oben auf Hocheppan, hoch über dem Bozener Talkessel, lässt es sich herrlich ins Mittelalter eintauchen: Man kann eine lehrreiche Entdeckungstour unternehmen oder einfach die mystisch-romantische Idylle zwischen den steinigen Ruinen im Innenhof der Burg auf sich wirken lassen. Ganz nach dem Motto „Wer über die Holzbrücke geht, soll den Alltag hinter sich lassen“ spürt man, wie Stress und Unruhe schwinden und bald fühlt man sich in den 900 Jahre alten Gemäuern rundum entspannt. In der Tat scheint die Burg sogar als energetischer Punkt auf spirituellen Wanderrouten in Südtirol auf. Einheimische FührerInnen geben detaillierte Auskunft über die Geschichte der romanischen Burgkapelle, die um 1210 ausfreskiert wurde und eine der wenigen Kirchen in ganz Südtirol ist, die derart umfangreich das Leben Jesus in seinen Fresken thematisiert. Besonders lohnt sich der Blick auf das bekannte Abbild der Eppaner Knödelesserin, die zur Geburt Jesus am Fuße der Krippe sitzt und Knödel zu essen scheint. Die buntgemischte Kombination von Wandern, Genuss und Kultur lässt bestimmt für keinen der Einkehrenden Wünsche offen. Gestärkt lässt sich der Abstieg von dieser natürlichen Wohlfühloase entweder über den stufigen Hinweg oder die breitere Forststraße gut bewältigen und in etwa 30 Minuten befindet man sich wieder auf dem Weg ins Dorfzentrum von Missian | Eppan.

REINHOLD MESSNERS LEBENSWERK
Südtirol ist ein Land der Berge, was wohl kein Ort besser als das Messner Mountain Museum Firmian auf Schloss Sigmundskron verkörpert. Bequem mit dem Bus, mit dem Rad über den Radweg oder zu Fuß erreicht der Schlossbesucher über Steinplatten eine der ältesten Burgen Südtirols. Erste geschichtliche Aufzeichnungen über das Schloss auf dem Mitterberg lassen sich bereits um 945 n. Chr. finden; später wurde die Burg zu einer Festungsanlage ausgebaut, doch im Laufe der Jahrhunderte verfiel die Anlage immer mehr. Bis sie vom bekanntesten Alpinisten unserer Zeit, Reinhold Messner, nach den Plänen des Südtiroler Architekten Werner Tscholl schonend restauriert wurde und sich heute den Besuchern eine wahre Wunderwelt eröffnet. Schloss Sigmundskron bzw. MMM Firmian fungiert heute als Herzstück von Messners Bergmuseen MMM, ein Projekt, das er gerne als seinen 15. Achttausender bezeichnet. Durch die hohen eisernen Eingangstore gelangt der Gast ins Innere der fünf Meter dicken Schlossmauern. Von dort führen Stahltreppen den Mauern entlang und öffnen den Blick auf Bozen, seine umliegenden Täler bis hin zum Schlern und zur Texelgruppe. Im Juli und August steht der Burgherr – kein Geringerer als die Bergsteigerikone Messner in persona – für Fragen und Antworten am Lagerfeuer zur Verfügung. Die jährliche Sonderausstellung „Mensch-Berg“ informiert den Besucher in Form eines Naturparcours über Türme, Stiegen und Pfade, die Erhabenheit des Berges bis hin zur Geschichte des Alpinismus. Reinhold Messner ist nur einer von vielen Protagonisten, die mit Fachkenntnis und Freude über die Berge, das
Leben und die Leute dieses geschichtsträchtigen Landstriches erzählen. Lassen Sie sich inspirieren.

 
 
Veröffentlicht am 28.01.2015
 
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