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Zeitreise mit dem Nachtwächter

Als Highlight der LichterWeihnacht wird man in diesem Jahr zurück ins Mittelalter versetzt: Denis Mader führt als Nachtwächter gemeinsam mit dem Trompeter Michael Hafner und der Dorfchronistin Walburga Kössler durch die weihnachtlichen Gassen von St. Michael | Eppan.
 

Inmitten der LichterWeihnacht auf dem Rathausplatz in St. Michael | Eppan steht er, mit großem, schwarzem Hut, weißem Bart, Laterne und Hellebarde. Er pustet in ein großes Horn und klingelt mit einer goldenen Glocke um die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Diebe, Brandstifter und Betrunkene werden dies wohl eher nicht sein. Denis Mader ist nämlich der Nachtwächter und sorgt dafür, dass in St. Michael | Eppan nach Mondaufgang Ruhe und Ordnung herrscht. Er zündet die Straßenlaternen an, verschließt mit einem handgroßen, rostigen Schlüssel alle Tore und lässt viertelstündig von seinem Junker Michael Hafner mit der Trompete ein Signal geben.
Natürlich ist das nicht der wirkliche Beruf des bärtigen Mannes. An drei Abenden während der Weihnachtszeit leitet Mader gemeinsam mit seinem Trompete spielenden Junker und der Dorfchronistin Dr. Walburga Kössler einen Spaziergang durch die nächtlichen Gassen von St. Michael | Eppan. Dabei erfährt man nicht nur allerhand Interessantes rund um das Dorf selbst, sondern auch über den Beruf des Nachtwächters.

Von Künstlern, Huren und Teufelssesseln
Es riecht nach Glühwein und Tannenzweigen als Denis Mader mit einem Dutzend Zuhörer um 18.00 Uhr auf dem Rathausplatz im Herzen von St. Michael | Eppan loszieht. Im gemächlichen Schritt des Nachtwächters geht es an die erste Station. Am früheren Gasthaus zur Traube, der heutigen Raiffeisenkasse, führt Mader in das Metier der Nachtwächter ein, die im Mittelalter nicht nur in England, Tschechien oder Dänemark, sondern auch in Tirol und natürlich in der Gemeinde Eppan aktiv waren. Er erklärt, wofür er die Hellebarde trägt, wie er sich am besten mit Betrunkenen rumschlägt und warum er als Nachtwächter einen Bund mit den dunklen Elementen eingegangen ist. „Und wer es noch nicht wissen sollte: Da, wo jetzt der Rathausplatz steht, war früher eine Zinnenmauer“, ergänzt Walburga Kössler den geschichtlichen Teil der Führung. Am Gemeindehaus vorbei geht es zum zweiten Stopp, dem Lanserhaus. Am Ansitz aus dem Jahre 1620 wird Halt gemacht, um von der in Saus und Braus lebenden Familie Lanser zu berichten und schließlich zum Gasthaus Rössl weiterzuziehen. Immer wieder spielt der Junker Michael ein Ständchen und lädt dort schließlich auch die Zuhörer ein, mitzusingen. Weißer Rauch strömt dabei aus ihren Mündern und schafft so eine noch bessere Vorstellung von den kalten mittelalterlichen Nächten, in denen der Nachtwächter in den schmalen Gassen des Dorfes unterwegs war.

 
 
 
 
 

Mit hell leuchtenden Laternen bestückt geht es so auch hinter ihm her weiter in Richtung Michaelskirche, wo Walburga Kössler einmal mehr in die Geschichte von St. Michael, dem Narrenhäusel, dem Meineidsgericht und schließlich noch dem Geburtshaus von J. G. Plazer einweiht. „Ein weltberühmter Rokokomaler direkt aus Eppan“, erklärt Kössler stolz. Am Schießstand und der Feuerwehrhalle vorbei geht der Spaziergang weiter bis zur Kapuzinerkirche. Dort erzählt die Dorfchronistin nicht nur vom feierlichen Besuch von Kaiser Franz Josef im Jahre 1894, sondern führt kurz später auch am Denkmal für den Kaiser vorbei. Durch schmale und dunkle Gassen, stets geführt vom Licht des Laternenscheins, geht die Führung hinter die Kapuzinerkirche, wo sich ein schöner Blick auf die hoch über Eppan thronende Gleifkirche auftut. Mit leuchtendem Christbaum geschmückt, sorgt die Barockkirche auch von oben für weihnachtliches Ambiente und lädt ein, einen Moment zu verweilen und sich die Sage vom Teufelssessel hinter der Gleif anzuhören. „Na dann hoffen wir, dass wir dem Teufel heute nicht begegnen“, meint der Nachtwächter, nimmt seine Hellebarde und biegt in die nächste Gasse ein, die an alten Ansitzen vorbei direkt in den Ortsteil St. Anna führt.
Um dort in den Innenhof eines der typischen Eppaner Ansitze zu gelangen, muss der Nachtwächter seinen dicken Schlüsselbund zücken. „In Klausen, Brixen, Sterzing und Bruneck gab es Nachtwächter wie mich“, sagt Mader und lädt ein, durch das große Tor in den Innenhof zu schreiten. Gegen die kalten Füße gibt es hier zu den Erzählungen erstmal einen Schnaps und ein paar Kekse, bevor es zur letzten Station weiter geht. An der Dominikanerkirche wird gemeinsam mit den Trompetenklängen von Junker Michael die letzte Strophe angestimmt, bevor die Zeitreise auf dem Rathausplatz wieder ihr Ende nimmt.

Wer neugierig geworden ist, hat am 16. Dezember noch ein letztes Mal die Chance das Dreiergespann bei einer Führung durch St. Michael | Eppan mitzuerleben. Treffpunkt um 18.00 Uhr auf dem Rathausplatz.

 
 
Veröffentlicht am 05.12.2016
 
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