
Eppan archäologisch
Im Jahr 2005 wurden auf der Aich oberhalb von
St. Pauls, Reste einer
römischen Villa gefunden, ausgestattet mit einer Fußbodenheizung und einer Badeanlage. Elf Räume konnten festgestellt werden, davon zwei apsidenförmige, zwei mit Fresken ausgestattete, drei mit Mosaikböden, davon einer mehrfarbig und überraschend gut erhalten und zwei in schwarz-weiß gehalten mit geometrischen Mustern.
Außerdem kamen Plättchen aus Marmor für die Wand- oder Bodenverzierung zum Vorschein. Die Gebäudegliederung und die Raffiniertheit des Inneren lassen vermuten, dass es sich um den Wohnort eines reichen römischen Grundbesitzers handelte. Die Villa wird in das 4. Jahrhundert n. Chr. datiert.
Die römische Herrschaft währt über ein halbes Jahrtausend und ist eine Zeit des Friedens. Die "Via Claudia Augusta" führte über die Lavason nach Kreuzweg, St. Anna, St. Pauls,
Unterrain in Richtung Vinschgau/Reschen/Augsburg. Auf dem Vigiliuskopf in
Perdonig wurde eine frühchristliche Kirche errichtet (Beginn 5. Jh. n. Chr.). Die erste urkundliche Erwähnung des Namens "Appianum" bezieht sich auf das Jahr 590 n. Chr. Der langobardische Historiker Paulus Diaconus zählt in seiner "Geschichte der Langobarden" "Appianum" zu den langobardischen Burgen, die im Tridentinerland von den Franken zerstört wurden. Die nächste Erwähnung erfolgt 845 in einer Urkunde über einen "Fritari de Apiano".