
Törggelen - Eppan im Herbst
Weinlese, Apfelernte, Schlachtezeit – der Herbst in
Südtirol hat viele genussreiche Facetten. Und schon seit Jahr und Tag ist er die Zeit für einen der Höhepunkte im bäuerlichen Jahreskreis: das Törggelen.
Benannt nach der Torggel, der Traubenpresse, mit der beim Keltern der Traubensaft gewonnen wird, steht diese Südtiroler
Tradition heute vor allem für eines: ein geselliges Beisammensein an Tischen, auf denen sich ein schmackhaftes Gericht ans andere reiht.
Entstanden ist das Törggelen vor langer Zeit wohl aus einem Tauschgeschäft zwischen Vieh- und Weinbauern. Zum Dank dafür, dass der Weinbauer sein Vieh mit auf die höher gelegenen Weiden treiben durfte, lud er den Bauern nach der Ernte zur Verkostung des „Nuien“ und einer deftigen Schlachtplatte. Für alle ein Fest nach Monaten harter Arbeit und des Bangens, wie die Ernte wohl ausfallen wird.
Dankbarkeit, Freude an dem, was man gemeinsam geschafft hat, und der Wunsch, dass auch im neuen Jahr alles gut gelingen möge, spielen auch heute noch eine wichtige Rolle, wenn alljährlich ab dem späten September die Buschenschänke, Bauernhöfe,
Weingüter und Gasthäuser zum Törggelen laden.
Zu einem echten Südtiroler
Törggelen gehören neben dem frischen Most herzhafte Hausmannskost wie Surfleisch, Rippelen, Leber- und Blutwurst, Kraut, Knödel und
Schüttelbrot.
Speck, Kaminwurzen und Hauswurst kommen ebenso auf den Tisch wie all die gebackenen Spezialitäten der Bauernküche. Nach Strauben, Striezeln, Krapfen und Tirtelen runden die „Keschtn“, die gerösteten Kastanien, den Bauernschmaus ab.
Und damit man auch von all den Köstlichkeiten probieren kann, ist eine ausgedehnte
Wanderung durch die farbenfrohe, herbstliche Kulturlandschaft, durch Weinberge und entlang der alten Waalwege, der richtige Auftakt für einen der wohl schönsten Südtiroler Bräuche.
Gasthöfe, Restaurants, Weingüter, Bauernhöfe und Buschenschänke zum Törggelen finden Sie in unserem
Gastronomieführer.