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Sorten & Tipps

Südtirols Weine

Mit rund 5300 Hektar - großteils geschützter - Anbaufläche und etwa 500.000 Hektolitern Wein pro zählt Südtirol zwar nicht zu den großen, dank seiner 20 Rebsorten, der verschiedenen Höhenlagen und Böden, wohl aber zu den abwechslungsreichsten Weinanbaugebieten im internationalen Vergleich. Und mittendrin in der historischen Weinregion Überetsch liegt Eppan.

Südtirol weit liegt der Schwerpunkt auf hochwertigen Rotweinen (65%), die hinsichtlich Aromen und Intensität eine große Bandbreite aufweisen.

In Eppan, das sich vor allem durch seine hohe Sortenvielfalt auszeichnet, werden bevorzugt (56%) Südtirols fruchtige Weißweine angebaut.

Rote Rebsorten in Südtirol: Weiße Rebsorten in Südtirol:
Lagrein
Blauburgunder
Cabernet
Merlot
Edelvernatsch (Trollinger)
St. Magdalener
Rosenmuskateller
Kalterer See Auslese
Südtiroler Merlot Rosé
Gewürztraminer
Chardonnay
Cabernet
Sauvignon
Müller Thurgau
Weißburgunder
Grauer Burgunder (Ruländer)
Goldmuskateller
Riesling
Veltliner
Sylvaner

Wein Tipp:
Achten Sie beim Wein Genuss auf die richtige Serviertemperatur:

- Dessertweine: 5- 6° C
- Sekte: 6- 8° C
- Weissweine: 8-10° C
- Rosé: 10-12° C
- Rotweine mit elegantem Körper: 12-14° C
- Rotweine mit markantem Körper: 14-16° C
- Schwer gelagerter Rotwein: 16-18° C

Die Traubenkur als Verjüngungsmittel

"Verfasst von Ubald von Lutz, Lehrer - (Separatabdruck aus den Dolomiten Nr. 108 vom Montag, den 9. September 1929)

Beschreiben ist schwer, mitmachen ist alles.
Über eine Überetscher Traubenkur ist schon viel geschrieben worden und doch kann keine Feder die wirkliche Stimmung schildern, die sich aus dieser einzig schönen Landschaft mit ihrem ewig heiteren Himmel, ihrer reinen, ozonhaltigen Luft und ihren herrlichen Landschaftsbildern ergibt.
Man muss dieses alte Adelsparadies kennen, um die Genüsse zu ahnen, die eine solche Kur in sich schließt. Es ist hauptsächlich der „Rheingau der Alpen“, wie man das Gebiet um Appiano wohl nennt, wo eine solche Kur den meisten Erfolg verspricht. Im Hintergrund im Westen ragt die gigantische Wand des Penegal senkrecht auf und schützt wie eine mächtige Kulisse das herrliche Land vor kalten Westwinden, nach Osten und Süden liegt das Land frei den Sonnenstrahlen sich darbietend. So mischt sich in dem Klima der frische Luftzug des Nordens mit den balsamischen Düften des Südens und aus dieser wunderbaren Mischung entsteht jene fruchtbare Wärme, wie sie der Wein zu seinem Wachstum braucht.
Stundenweit schreiten wir durch die Weingärten von Überetsch. Der Fremde, der diese üppige Natur zum ersten Male sieht, glaubt sich in ein Paradies versetzt. Er kann es kaum glauben, dass hier seine Träume Wirklichkeit geworden sind. Inmitten der wundervollen Weingärten stehen behäbige alte Edelansitze und Schlösser, die uns von alten Geschlechtern Kunde geben. Wenn wir von einer höheren Stelle den blick in die Runde schweifen lassen, so zählen wir schier an die 100 solcher Schlösser im Umkreis. Es gibt keinen Landstrich, der so viel Burgen und Edelsitze auf so engem Raume vereinigt.
So ist die ganze Gegend von Appiano wie geschaffen zur Augenweide und zur Herzensfreude. Man spricht heute so viel von den Vitaminen, jenen noch unerforschten Lebensatomen, die in unserer Nahrung sich finden. Wo aber sollten mehr Vitamine sich tummeln, als in der Göttergabe des Weines in dem sich Sonnenglut mit der Kraft der Scholle vereinigt. Es gibt kaum eine Frucht, die reicher an Vitaminen wäre wie diese köstlichen Überetscher Trauben. Kein Wunder, dass auch die Ärzte allerorten eine Traubenkur empfehlen. Denn diese köstliche Frucht ist ein Heilmittel gegen vielerlei Krankheiten. Zunächst reinigt die Fruchtsäure die Mundhöhle und die gesamten Verdauungsorgane. Sie reizt allerdings in größerer Menge ein wenig das Zahnfleisch, so dass sich eine sorgfältige Mundpflege für die Dauer der Traubenkur besonders empfiehlt.
Da ist zunächst der Büroarbeiter, dem während des langen Jahres die Bewegung fehlt und der dann unter all den Krankheitserscheinungen des mangelnden Stoffwechsels zu leiden hat. Wir kenn sie ja alle, diese Krankheiten der Niere und Leber, dann die weitverbreitete Gicht und das von altersher bekannte Zipperlein. Wir wissen aber auch, dass gerade die Büroarbeiter leicht zu Hämorrhoiden neigen, die viel Beschwerden verursachen. In all diesen Fällen kann eine Traubenkur Wunder wirken.

Viele anders wieder leiden an Fettleibigkeit und gerade unsere moderne Zeit schreibt ja doch die schlanke Linie vor. Da gibt es keine bessere Entfettungskur als gerade eine solche Traubenkur. In diesem Falle ersetzten die Trauben, deren starker Zuckergehalt ja ebenfalls sättigt, die Hauptnahrung. Aber diese köstliche Gabe der Natur lässt sich auch zu einer gegenteiligen Wirkung verwenden. Wer also seine überschlanken Linien wieder etwas runden will, dem leisten ebenfalls diese süßen zuckerhaltigen Trauben als Ergänzung der sonst gewohnten Nahrung wertvolle Dienste.
Ihre Zauberkraft geht aber noch weiter. Schon mancher Hypochonder verlor durch den Genuss dieser Überetscher Trauben seine Schwermut und besonders viele die im Ruß und Staub der Großstädte dauernd an Katarrhen der Schleimhäute und Atmungswege leiden, fühlten bald wohltuende Erleichterung. Diese heilsame Wirkung ist vor allem der abführenden und lösenden Tätigkeit des Traubenzuckers und der in den Trauben enthaltenen Salze zuzuschreiben.
Nun, kann man ja oft die Meinung hören, dass man eine solche Traubenkur auch zu Hause durchmachen könne. Das ist natürlich richtig, aber in der Wirkung besteht doch ein himmelweiter Unterschied zwischen einer solchen Kur im hause und in dem Lande wo die heilkräftige Traube selbst gedeiht.
Jeder Arzt wird es bestätigen, dass gerade die frohe Stimmung, die die Durchführung einer solchen Kur erzeugt, die Freude an den Kurmitteln selber, der Anblick der herrlichen Früchte in den Weingärten, wenn darüber der blaue Himmel lacht, Heilfaktoren sind, die zu Hause niemals geschaffen werden können. Und bei jeder Kur ist ja doch gerade die Stimmung und die Erheiterung des seelischen Lebens ein wertvoller Moment, das für die Gesundung des Körpers nicht hoch genug angeschlagen werden kann.
Drum frisch auf zur heilkräftigen Kur! Man beginnt mit kleineren Mengen, etwa 1 bis 1 ½ Kilo pro Tag und steigert den Verbrauch allmählich auf 2 ½ bis 3 Kilo usw. Hat sich unser Organismus erst einmal an die Frucht gewöhnt, so wird er auch die größeren Mengen gut vertragen. Das Tagesquantum wird zweckmäßig auf 3 bis 4 Einzelmahlzeiten verteilt. Wer an Trägheit des Darmes leidet, kann sich leicht helfen, wenn er morgens nüchtern mit der Kur beginnt.
Für solche, denen der Genuss der Trauben nicht zusagt, empfiehlt es sich den ausgepressten Saft zu trinken. So lässt sich eine solche Traubenkur für jedermann zweckentsprechend und ersprießlich gestalten.
Wer aber, wenn auch nur ein paar Wochen diese Kur mitgemacht hat, der wird sehr bald den heilsamen und verjüngenden Einsatz spüren, der von diesen köstlichen Gaben einer verschwenderischen Natur aus Sonnengold in Form gegossen, weit mehr und weit stärker ausgeht, wie aus manchen viel gepriesenen Verjüngungsmittel unserer Zeit. Wer´s machen kann, der komme in dieses herrliche Land an das Ufer der Etsch. Der kommt in ein schönes Land und kann einer herzlichen Aufnahme gewiss sein.

Ubald von Lutz, Lehrer
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