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Die Superkraft der Biene

„Gesundheit aus dem Bienenstock“ ist sein Lebensthema. Dafür brennt er und lebt
es auch konsequent, am Rittner Hochplateau hoch über Bozen. Der 56-jährige
Bioimker und Apitherapeut ist kaum zu bremsen, wenn es um Bienen geht.
 
Die Naturwerkstatt und Api-Wellness-Oase liegt im Weiler Wolfsgruben in Oberbozen. Hier besuchen wir den Bienenzüchter und Wanderimker in dritter Generation. Er setzt auf nachhaltige Bienenhaltung und nutzt seine langjährige Erfahrung in der Apitherapie auch in seinem Familienhotel (www.hotel-rinner.it). Seit 2014 bietet es seinen Urlaubs- und Tagesgästen u.a. die Api-Wellness-Bienenstockluft Inhalation an.

Was kann man sich unter dieser Inhalationsform vorstellen?
Mit dem Beecura-System vom deutschen Apitherapieimker Jürgen Schmiedgen arbeite ich erst seit zwei Jahren, vorher habe ich aber schon mit Bienenstockluft-Inhalation experimentiert. Das zertifizierte System bietet den Vorteil, dass es medizinisch zugelassen und durch eine wissenschaftliche Studie am Klinikum im sächsischen Wiesenbad flankiert wird. Was machen wir? Wir lassen Menschen mit Atemproblemen, v.a. Allergiker und Asthmatiker, jeweils eine halbe Stunde lang Bienenstockluft inhalieren. Diese Luft enthält ätherische Öle, Flavonoide, Aromastoffe, duftet zart nach Bienenwachs, wirkt antibakteriell und wohltuend für die Atemwege. Sinnvoll ist eine Anwendung von mindestens sechs bis max. 24 Behandlungen. Ich bin der einzige im Alpenraum, ach was, weit darüber hinaus, der damit arbeitet.

Und die Bienen leiden nicht darunter, dass du ihnen ”die Luft nimmst“?

Durch das Gerät wird die Bienenluft sanft aus dem Stock gesaugt. Aber klar merken sie das und kompensieren diesen Verlust, der automatisch ein Absenken der Lufttemperatur im Stock bedeutet. Sie gleichen ihn mit einer erhöhten Bewegung, also Luftzirkulation im Stock, aus. Ich nehme den Bienen Energie weg, also muss ich ihnen ausreichend Futter, bis zu 40 kg Honig die Saison, liefern, damit sie weniger ausfliegen müssen. Hier im Apiair-Stand arbeitet meine Familie mit 13 Völkern, die abwechselnd angezapft werden. Jedes ist anders.
 
 
 
Was fasziniert dich an der Biene?
Das Bienenvolk ist ein lebender Organismus, der sich stark an die Umgebung angepasst hat und nun seit Millionen von Jahren in dieser Form lebt und arbeitet. Die Harmonie im Stock ist uns heute noch ein Rätsel: Ein Bienenvolk ist wie eine 100.000-Seelen-Stadt (Bienen plus Brut), vergleichbar mit einer gut funktionierenden Stadt wie Bozen. Wir profitieren ungemein von der Lebensform der Bienen und lernen nie aus. Allein schon das Wissen, dass alles, was vom Bienenstock herauskommt, unbegrenzt haltbar ist ... Sicher ein Grund, warum das Bienenvolk so widerstandsfähig ist.

Wie kommst du auf diese Art von ”Gesundheit aus dem Bienenstock“?
Das ganzheitliche Bienenwissen ist in den letzten 100 Jahren mit dem Durchsetzen der konventionellen westlichen Medizin und dem Aufkommen der Pharmaindustrie verloren gegangen. Übrig geblieben ist uns der Honig, als wirtschaftlicher Teil der Bienenhaltung. Alle Nebenprodukte des Bienenvolks – Propolis, Rohpollen und fermentierter
Pollen, Wachs, Gelée royal (Futtersaft der Bienenkönigin), Bienengift - sind lange Zeit in Vergessenheit geraten. In Asien weniger als bei uns. Früher haben wir viel mehr mit der Natur gearbeitet, aus ihr geschöpft und gelernt. Mein Großvater und Vater haben schon vor den Weltkriegen Apitherapie betrieben, ohne sie bewusst als solche zu kennen.
Und wie kommst du überhaupt auf die Biene?
Ich bin in Bozen mit den Bienen aufgewachsen, meine Vorfahren waren schon Wanderimker und hatten Hunderte von Bienenvölkern. Ich bin 1963 geboren, 1968 sind wir auf den Ritten gezogen. Ich habe mit neun Jahren meine ersten Bienenvölker geschenkt bekommen, als mein Großvater starb und die Oma seine Völker aufgeteilt hat. Damit
hatte ich schon als Kind Verantwortung für diese Lebewesen und hab sehr früh in der Konkurrenz zu meinem Imker-Vater mit den Bienen gearbeitet und so meinen ganz eigenen Weg in der Bienenhaltung gefunden. Mit 12 Jahren war ich schon Wanderimker, mit 18 hatte ich bereits 100 Völker. 2000 bin ich in die Bioimkerei eingestiegen und damit auch in die Apitherapie. Heute arbeite ich mit 200 Bienenvölkern, bringe sie zur Zeit der jeweiligen Blüte an verschiedene Orte in ganz Südtirol bis hinauf ins Hochgebirge für die Alpenrosenblüte.

Und wie suchst du aus deinen 200 Bienenvölkern die „Bienenluft-Völker“ aus?
Ich suche sie nach der Luftkonzentration im Stock aus, es sind gesunde und sehr aktive Völker.


 
 
Die Heilkraft von Honig und Bienenluft
Der Tourismusvereins Ritten organisiert im Mai und Juni jeden Montag einen Besuch in der Bio-Imkerei von Paul Rinner. Nach einem kurzen Spaziergang zum Apiair-Wellness-Stand öffnet Paul seine Bienenstöcke. Mit jedem Flügelschlag wirbeln die summenden Helfer im Bienenstock die duftende und gesunde Bienenstockluft auf. Kulinarisch kommt der Honig in einer Auswahl von Mittagsgerichten im Hotel Rinner zur Geltung. Im Anschluss geht es zum nahegelegenen, über 600 Jahre alten Plattner Bienenhof, heute ein Imkereimuseum mit großem Außengelände und Lehrpfad Lehrpfad (www.museo-plattner.com). Anschließend können die Teilnehmer entweder zu Fuß über die Freud-Promenade zurückkehren (ca. 1 Stunde) oder mit der Rittner Bahn nach Klobenstein zurückfahren.
Infos und Anmeldungen beim Tourismusverein Ritten:
Tel. 0471 356100 oder 0471 345245    www.ritten.com

Wer sich näher mit Honig und Bienenprodukte auseinandersetzen möchte, kann auch am Bozner Blumenmarkt
mit Südtiroler Imkern in Kontakt treten und Bienenprodukte erwerben.
www.suedtirolerimker.it

Text von Anita Rossi | Bildrechte Manuela Tessaro und Helmuth Rier/Eppan.com

Ein Artikel aus dem Bozen Magazine | Frühlingsedition 2020, in dem auch Eppan vertreten ist.
Wollen Sie mehr über Eppans Nachbarsgemeinde und Südtiroler Landeshauptstadt lesen? Dann schauen Sie hier vorbei >>> Bolzano Bozen
 
 
Veröffentlicht am 05.06.2020
 
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