Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
 
 
 

In 15 Sorten um die Welt

Vom Familienbetrieb bis zur Kellereigenossenschaft – in Eppan scheut sich kein Weinproduzent vor dem internationalen Markt. Punkten kann die größte Weinbaugemeinde Südtirols dabei auf vielen Ebenen.
 
„Wenn man eine Kellerei als Geschäftsführer im Ausland vertritt, ist man in einem gewissen Sinne ein Botschafter seiner Heimat“ sagt Oscar Lorandi. Der Geschäftsführer der Kellerei Girlan bezeichnet sich selbst gerne als Weltmensch. Bereits in jungen Jahren arbeitete er an verschiedensten Orten Europas und fühlt sich in der Welt zu Hause. Heute sitzt er in seinem Büro in der Kellerei und verkauft die Weine genau dorthin, wo er früher unterwegs war. Und noch viel weiter. LKWs und Schiffe transportieren von hier aus Eppaner Weine nahezu um die ganze Welt. 40 Länder zählen mittlerweile zu Eppans Exportpartnern, an der Spitze die USA, dicht gefolgt von Europa, Russland und auch Asien.
Eppan ist die größte Weinbaugemeinde Südtirols. Das milde Klima mit 300 Sonnentagen und die spezielle Bodenbeschaffenheit bescheren dem hügeligen Gelände der Gemeinde ideale Voraussetzungen für den Weinanbau. Die stattliche Sortenvielfalt mit 15 verschiedenen Traubenarten ist keine markttechnische Strategie, sondern eine Folge des Zusammenspiels von perfekten Grundbedingungen. „Eppan ist bestimmt eines der ältesten Weinbaugebiete des Landes. Das bedeutet, dass bereits unsere Vorfahren den richtigen Ort für ihre Rebenanlage ausgesucht haben“, erklärt Lorandi. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Qualität der Eppaner Weine auch im Ausland heraussticht.
Während die Girlaner Reben an diesem Tag in der Morgensonne und in schönsten Farben leuchten, tickt an der Wand hinter Lorandis Schreibtisch eine knallrote Kuckucksuhr. Auf der Tischplatte liegt sein Smartphone, stets bereit für Anrufe aus nah und fern.

Vom Familienbetrieb bis zur Kellereigenossenschaft haben mittlerweile alle den internationalen Markt entdeckt und mischen mit edle Tropfen in der großen Welt der Weine mit. „Eppaner Weine sind von sehr guter und vor allem von konstanter Qualität, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und wir schaffen es, die für den Handel nötigen Mengen zu liefern“, meint Wolfgang Raifer, Geschäftsführer der Kellerei Schreckbichl. Zahlreiche Auszeichnungen renommierter Weinführer und gute Vermarktungsstrategien tun ein Übriges. „Trotzdem steckt die Wahrnehmung der Weinregion im Ausland noch in den Kinderschuhen“, meint Wolfgang Tratter, der als Geschäftsführer für die Kellerei St. Pauls tätig ist. Bisher wird von den jährlich 1,3 Millionen Flaschen, die die Kellerei St. Pauls produziert, ein Viertel exportiert. In den nächsten Jahren soll der Export daher noch um mindestens zehn Prozent gesteigert werden, erläutert er.

 
 
 
WENN ICH EINEN WEIN AUS DER HEIMAT KOSTE UND DIE AUGEN SCHLIESSE, HABE ICH SOFORT DAS BILD EINER BERGLANDSCHAFT VOR AUGEN. FRISCH, KLAR UND MINERALISCH.
OSCAR LORANDI, KELLEREI GIRLAN
DIE BERGE IM WEIN

Allein die 300 Mitglieder der Kellerei Schreckbichl liefern jährlich an die 2.700.000 Kilogramm Trauben, die zu Wein verarbeitet werden. Das sind ungefähr 900 Weinfuhren. Mengen, die für den Laien unvorstellbar groß sind, die jedoch nötig sind, um der Nachfrage zu entsprechen. „Südtiroler Weine liegen im Trend, vor allem die Weißweine“, ergänzt Raifer. Andreas Nicolussi-Leck produziert seine Weine nicht wie Raifer, Lorandi oder Righi in der Genossenschaft, sondern im Familienbetrieb. Bereits seit dem 16. Jahrhundert gedeihen am Weingut Stroblhof in St. Michael | Eppan Rebstöcke auf 500 Meter Meereshöhe. Die Hanglagen am Fuß des Mendelgebirges bieten ideale Reifebedingungen. Mittlerweile ist die Nachfrage aus dem Ausland derart angestiegen, dass sie Nicolussi-Leck mit seiner eigenen Produktion gar nicht mehr abdecken kann Interessenten muss er daher auf die Zukunft vertrösten. Warum Weißweine wie der Weißburgunder im Ausland so gut ankommen, weiß Nicolussi-Leck jedoch genau. „Ich denke, es sind ihre feinen Aromen und die schöne Frische“, sagt er, während er mitten in seinem frisch abgeernteten Weinberg steht. Von dieser Frische spricht auch Oscar Lorandi. „Wenn ich einen Wein aus der Heimat koste und die Augen schließe, habe ich sofort das Bild einer Berglandschaft vor Augen. Frisch, klar und mineralisch“, sagt er und schließt kurz die Augen. Es ist also die Heimat, die in den Flaschen steckt und die Eppaner Weine bis weit über die Landesgrenzen hinaus beliebt macht. Trotzdem dürfe man auch den nationalen Markt nie vergessen, meint Hans Terzer. Er ist Kellermeister der größten Kellerei der Gemeinde in St. Michael | Eppan. „Der nationale Markt ist immer noch ein Sprungbrett für den internationalen“, weiß der Branchenkenner. Nicht umsonst exportiert Südtirol nur ein Viertel bis ein Drittel seiner Produktion und verkauft den Rest im eigenen Land.

KLEIN ABER FEIN

Mit bescheidenen 5.300 Hektar ist Südtirol nur ein Nebenschauplatz der italienischen Weinproduktion. Doch genau diese Kleinstrukturiertheit ist es, die hiesige Weinbaugebiete wie die Gemeinde Eppan auch von der restlichen Welt unterscheidet. Ein Alleinstellungsmerkmal, das auch im Betrieb von Klaus Lentsch sichtbar wird. Spross einer alteingesessenen Südtiroler Winzerfamilie, hat er sich 2008 für einen neuen Weg entschieden und produziert seither für die Region typische Weine. Trotz der lediglich neun Hektar Anbaufläche verarbeitet er eine beträchtliche Vielfalt an Sorten. Bachgart, Fuchslahn und Eichberg sind nur einige der historischen Weinbaulagen. Lentsch möchte sich auch als kleines Weingut nicht nur auf einen Markt konzentrieren, sondern „offen sein für neue Länder und Herausforderungen.“ Am liebsten exportiert er in die USA. „Dort ist man anspruchsvoll und schätzt den alteuropäischen Stil, die Weine mit mehr Klarheit und Mineralik“, meint er. Doch auch in Singapur, Tokyo und Australien trinkt man Eppaner Weine. Die Weinbaugemeinde hat es in den letzten Jahren hoch hinaus geschafft. Was alle Weinproduzenten vereint, ist der Wunsch nach verstärktem Export. Der Markt soll gefestigt und ausgebaut werden, die internationale Vermarktung noch besser funktionieren. Bis dahin freut sich Oscar Lorandi, wenn er auf einer seiner Reisen bei seinen Tischnachbarn im Restaurant eine Flasche Wein aus Eppan entdeckt. „Unser Wein zu Tempura in Japan oder Curry in Indien, das ist für mich Internationalität. Da fühlen nicht nur unsere Weine, sondern auch wir uns in der Welt zu Hause“, sagt er und strahlt dabei.

Im Bild: Oscar Lorandi | Kellerei Girlan, Hans Terzer | Kellerei St. Michael-Eppan, Wolfgang Raifer | Kellerei Schreckbichl, Andreas Nicolussi-Leck | Weingut Stroblhof, Klaus Lentsch | Weingut Klaus Lentsch, Alessandro Righi | Kellerei St. Pauls
 
 
Veröffentlicht am 16.01.2019
 
Ihre Meinung ist uns wichtig! Teilen Sie sie uns mit Einen Kommentar verfassen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kommentar absenden
 
Like it! Share it!
eppan.wine
Um Eppan langfristig als Weinbaugemeinde zu stärken, wurde eppan.wine gegründet, ein Netzwerk von Akteuren aus der Weinwirtschaft und dem Tourismus. Alle Voraussetzungen dafür sind bereits gegeben: Die Weinbautradition und das milde Klima machen Eppan zum führenden Weinbaugebiet Südtirols. Hier werden auf der größten  zusammenhängenden Rebfläche des Landes rund 15 verschiedene Qualitätsweine angebaut, die schon jetzt jährlich mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet werden.
 
Wie findest du diesen Artikel?
 
 
 
 
 
 

News & Aktuelles

Immer informiert mit der Eppan Newsletter
 
 
 
 Senden