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In der Höhe liegt die Kraft

Der Eppaner Höhenweg ist das ganze Jahr eine beliebte Wanderroute für Jung und Alt.
 
Fast vier Stunden ist man konstant auf knapp 1.000 Metern unterwegs, wenn man auf dem Eppaner Höhenweg wandert. Von den gigantischen Mammutbäumen neben den saftigen Wiesen von Matschatsch führen schmale Pfade im hügeligen Gelände bis nach Gaid | Eppan, dem höchsten und nördlichsten Ortsteil auf 900 Metern. Ein kleiner Weiler, an dem die Straße ihr Ende und jeder Wanderer wirklich Ruhe findet. Doch gestartet wird heute nicht in Matschatsch, sondern in Berg | Eppan beim Gasthof Steinegger. Hier beginnt Antonia Niedrists Lieblingsvariante des Höhenweges. Bereits seit Kindertagen ist die Ortsvorsitzende des Südtiroler Alpenvereins auf diesen Waldwegen unterwegs.

DAS MULTITALENT

In strammem Schritt biegt die 70-Jährige an diesem Morgen auf einen Forstweg ab, der in Rot-Weiß mit der Nr. 7 gekennzeichnet ist und in Richtung Matschatsch führt. Kurz bevor wir die Wiese erreichen, nehmen wir jedoch rechts den Steig Nr. 9 und biegen an einer Kehre der Mendelstraße, der „Michealerkurv“, wie sie die Einheimischen nennen, direkt in den Wald ab. „Hier startet der richtige Höhenweg“, sagt Antonia. Mit 15 Jahren ist sie das erste Mal über den Höhenweg nach Perdonig | Eppan gelaufen. Damals, vor über 50 Jahren, seien weder Einheimische noch Touristen viel in den Bergen unterwegs gewesen, erinnert sie sich. Einmal im Jahr aber bevölkerte sich die Strecke. Dann nämlich, wenn Wanderer hier zum Volkslauf zusammenkamen. Heute ist der Eppaner Höhenweg das ganze Jahr über eine beliebte Wanderroute. Nicht nur, weil er von aktiven Familien und rüstigen Senioren erwandert werden kann, sondern auch, weil er sich immer wieder in neuer Pracht zeigt. Im Winter muss man manchmal vorsichtig über Eisplatten tappen und hört den kalten Schnee unter den Sohlen knirschen, im Sommer entdeckt man auf jedem zweiten Schritt einen neuen Schatz der Natur. Akeleien, wilder Thymian, rosarote Türkenbundlilien und verschiedene Orchideenarten säumen hier hoch über Eppan den Weg. „Ich gehe den Höhenweg am liebsten im Frühling“, sagt Antonia, „dann blüht an der ganzen Strecke ein Meer von Maiglöckchen“. Richtung Norden wandern wir nun gemütlich auf und ab, bis wir nach etwa einer halben Stunde die Furglauer Schlucht erreichen. „Das ist der Michealer Schinken“, sagt Antonia und zeigt nach oben. Ein rostbrauner Felsen, von dem sich immer wieder Gesteinsbrocken lösen und weiter unten als weiße Geröllhalde in einem derzeit leeren Bachbett sammeln. Der Pfad wird hier schmal, ein locker gespanntes Stahlseil sichert diesen Teil des Höhenweges an den Ausläufern der Schlucht. „Besonders im Winter muss man hier aufpassen, da kann es schon einmal eisig werden“, erklärt Antonia. Bei Regenwetter rauschen hier gelegentlich gewaltige Wassermassen talwärts.
 
 
 
PERSPEKTIVENWECHSEL

„Der Höhenweg ist nahe an der Zivilisation, aber trotzdem weit weg. Das mag ich“, meint Antonia und beschleunigt auf der weißen Schotterstraße ihren Schritt. Wir kommen an einem Trinkwasserstollen vorbei, wo nicht nur Trinkwasser, sondern auch eine Rastgelegenheit auf uns wartet. Antonia setzt sich auf die Holzbank. Von hier aus eröffnet sich der Blick auf Eppan, die dahinterliegende Hauptstadt und den fernen Schlern. Ein Bild, das sich zwischen den Spitzen der Weißtannen und Buchen den ganzen Weg über immer wieder bietet und das Etschtal von hier oben aus verschiedensten Perspektiven präsentiert. Als wir die Wanderung fortsetzen, weitet sich der Pfad bald wieder und geht in einen breiten Forstweg über. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis nach Buchwald in Berg | Eppan, wo ein Gasthaus thront. Wer hier am Donnerstag, Freitag oder Samstag vorbeiwandert, kann beim „Buachwolder Wirt“ eine Einkehr genießen und danach den Abstieg über Kreuzstein nach St. Pauls | Eppan wählen. Für Wanderlustige geht die Tour noch weiter. „Wer den Höhenweg ganz zu Ende gehen will, muss einen kleinen Umweg nehmen“, erklärt Antonia und schlägt die Wanderkarte auf, um mir die Stelle zu zeigen. Nach einem Erdrutsch musste man den Pfad nach Gaid | Eppan neu anlegen. Von fast jedem Dorf der Gemeinde findet man einen Einstieg in den Höhenweg und kann ihn so auch an den verschiedensten Punkten wieder beenden. Auch ohne Auto ist ein Zustieg kein Problem. Von Buchwald geht es vorerst aber auf der alten Route weiter. Begleitet vom Rauschen der Buchenblätter wandern wir in leichtem Auf und Ab immer auf Weg Nr. 9 in Richtung Perdonig | Eppan. Dort kann man auf Weg Nr. 12 in den Weiler Perdonig abzweigen und die Hungrigen können sich in den dortigen Landgasthäusern so richtig verwöhnen lassen. Wer jetzt findet, dass er genug Bewegung hatte, nimmt für die Rückkehr den City-Bus, die Unermüdlichen wandern ein letztes Stück über die geteerte Zufahrtsstraße in Richtung Süden. Hier zweigt dann rechts Steig Nr. 8 ab, auf dem man nach einer halben Stunde zum Gasthof Kreuzstein und dann weiter zum Ausgangspunkt beim Gasthof Steinegger gelangt.
 
 
Veröffentlicht am 07.08.2018
 
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Antonia Niedrist | AVS
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