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Modemetropole in Miniatur

Sie schneidern limitierte Editionen, die auf regionale Rohprodukte setzen, handbestickte Unikate, Upcycling-Mode oder Kleidung auf Maß. Inspiriert werden sie dabei immer wieder von ihrer Heimat, die in ihren Augen mit jeder großen Modemetropole mithalten kann. Auf ihre ganz eigene Art und Weise eben.
 
MEISTERSCHNEIDEREI TRAFOJER
Wenn Melanie Trafojer schneidert, dann sitzt sie im mittelalterlichen Schloss St. Valentin am Waldrand und blickt über Weinberge hinweg direkt auf St. Michael | Eppan. Nach einer Ausbildung in Innsbruck und einer Lehre in Meran und Brixen darf sich die zweifache Mutter seit fast zehn Jahren „Staatlich geprüfte Modegestalterin“ nennen. Den Schritt zur Selbständigkeit hat sie erst 2015 gewagt. Doch das ruhige Plätzchen in ihrem Atelier würde sie nicht mehr hergeben.

Was bedeutet es, als junge Designerin selbständig zu sein?
Sehr viel Arbeit! Man arbeitet „selbst und ständig“, aber ich kann trotzdem sagen, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe.

Welche Herausforderungen musst du täglich meistern?
Vor allem in den letzten zwei Jahren habe ich verstanden, dass das, was ich mache, nicht immer jedem gefallen kann. Es gibt immer Bewunderer und Kritiker. Und trotz vieler Entmutigungen muss die Freude daran, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen, immer größer sein.

Wo holst du dir deine Inspiration?
Wenn ich auf der Straße oder im Internet etwas sehe, das mir gefällt, entwickle ich aus diesem Eindruck mein eigenes Kleidungsstück. Am meisten faszinieren mich ältere Frauen, die nicht mit der Mode mitgehen, sondern ihren eigenen Stil gefunden haben und diesen stets beibehalten.

Was unterscheidet dein Stück auf einer Kleiderstange von den anderen?
Ich designe oder entwerfe nicht, bei mir entsteht Kleidung. Jedes Stück wird so lange auf der Puppe drapiert, bis es
passt. Deshalb ist auch jedes Stück ein absolutes Einzelstück.
MELANIE TRAFOJER

ATELIER CHRISTINE SANOLL
Vor knapp einem Jahr hat Christine Sanoll ihr eigenes Atelier im kleinen Dörfchen St. Pauls | Eppan eröffnet. Ein Traum, den die vierfache Mutter schon seit vielen Jahren hegt. Bereits als Kind hat die Schneiderin
 Stoffreste zurechtgeschnitten und auf der von Hand betriebenen Nähmaschine ihrer Urgroßmutter vernäht. Es folgten eine Schneiderausbildung, viele Lehrjahre in verschiedenen Schneidereien und Fortbildungen in Mailand und Florenz. „Nach einem harten Schicksalsschlag musste ich mein Leben schließlich in die Hand nehmen. Und da war mir klar, jetzt ist der Moment da“, sagt Christine heute. Zwei große Fenster erhellen den Raum, in dem die Schneiderin Nähkurse hält, Umänderungen und Maßarbeiten tätigt und Mode unter ihrem eigenen Label „CS“ kreiert. Ihre Leidenschaft ist das Upcycling.
Dein erster Gedanke beim Wort Mode:
Lebenslust

Wie beschreibst du deine Mode?
Fantasievoll und eigen.

Was macht dir an der Schneiderei am meisten Spaß?

Das Zuschneiden und Zusammenfügen der einzelnen Stoffteile zu einem fertigen Kleidungsstück gefällt mir am besten.

Du schneiderst in St. Pauls | Eppan. Kann ein Dorf mit Modemetropolen mithalten?
Mit den ganz Großen mithalten zu können, ist sehr schwierig. Muss man aber auch nicht, denn auch in einem Dorf kann man sich gut entfalten. Ich denke, auch in St. Pauls kann man sein Können unter Beweis stellen. Es gibt sehr viele modebewusste Frauen und auch Männer hier. Die Paulsner sind sehr herzliche und offene Menschen. Das alles beeinflusst mein Wirken sehr.

Wo holst du dir Inspirationen?
Meine Inspirationen hole ich mir überall. Vom Alltag, aus der Natur, auch das Wetter und meine Laune haben einen sehr großen Einfluss auf die Mode, die ich mache.
CHRISTINE SANOLL
 
 
 
GLÜCKLICH
„Individualität macht glücklich“, sagt Christoph Steiner. Nach 25-jähriger Erfahrung im Mode-Business verwirklicht
er sich mittlerweile seit zehn Jahren im eigenen Label „glücklich“. Zeitgemäße, aber zeitlose Mode, die auf regionalen Wegen produziert wird. Weil sie kleine Realitäten und alte Mauern lieben, werden die „glücklich“- Stücke mit ihrer eigenen Geschichte in der urigen Boutique im Zentrum von St. Michael | Eppan verkauft. Pro Jahr gibt es zwei Hauptkollektionen mit limitierter Produktion und einigen Special Editions.

Was unterscheidet „glücklich“ auf einer Kleiderstange von anderen Labels?
„glücklich“-Stücke haben einen ganz eigenen Mood. Sie sind zeitlos und treffen doch den Trend der Zeit, sie sind simpel und trotzdem hochwertig verarbeitet, sie sind regional und dennoch trendy.

Inwiefern inspiriert dich St. Michael | Eppan in Sachen Mode?
Unsere rote Stillinie läuft genau durch Eppan, wir sind sehr an die Gegend und die Bedürfnisse angepasst. In unserer Produktentwicklung beeinflussen uns stark die spürbaren Jahreszeiten und die Farben, die sie begleiten. In Eppan sind wir „dahoam“.

Welche Mode macht dich glücklich?
Mode macht nicht immer zufrieden. Hingegen ist der glücklich, der seinen Stil findet. Jeder von uns sollte seinen
ganz eigenen Stil verfolgen, damit fühlt man sich gut und schön. Ich finde mich in unseren Entwürfen absolut wieder, ich krieg selten genug.

Und was macht Mode zu „glücklich“?
Mode hat ein Verfallsdatum, wir machen Bekleidung, die länger begleitet.

Welchen Stoff fühlst du am liebsten zwischen deinen Händen?
Ich liebe Wolle und alles, was man daraus machen kann. Wolle wärmt, Wolle kühlt, zu Loden verarbeitet schützt sie
vor Regen und nimmt Feuchtigkeit auf, ohne dass es sich nass anfühlt. Außerdem knittert sie nicht, ist schmutzabweisend und wächst auf natürliche Weise nach.

Die Zukunft der Mode ist:
Fairer Handel, ehrliche Produkte und gesunder Konsum.

Was trägst du selbst am liebsten?

Janker, T-Shirt, Jeans und Sneakers – also Casual Friday die ganze Woche.
CHRISTOPH STEINER

INTERNODICIOTTO
Welchen Stoff spürst du gerne zwischen deinen Fingern?

Ein Seidenstoff fühlt sich gut an, ist aber sehr schwierig zu besticken, da er sich nicht leicht bändigen lässt.

Wie oft pikst man sich als Designer beim Besticken?

Oft! Ich arbeite viel mit kleinen Perlen, und das bedeutet kleine und spitze Nadeln.

Eine Modesünde aus deiner Jugend:

Jede Menge! Ich hatte einen gelben Trench und die dazu passenden gelben Onitsuka Tiger, ganz im Kill-Bill-Style. Man muss sich trauen, Modesünden zu begehen, um seinen eigenen Stil zu finden. Das gehört dazu! Silvia Dellagiacoma hat in Florenz studiert und anschließend als Fashion Designer in Rom bei Valentino und in Carpi bei Twinset gearbeitet. Trotzdem ist sie vor einem Jahr wieder in die Heimat zurückgekehrt und verwirklicht sich seitdem mit ihrem eigenen Label „internodiciotto“. Ein Name, der bereits vor Jahren in Rom entstanden ist, als Silvia im Viertel San Giovanni im „interno 18“ eines Wohnhauses lebte. Zurück in Eppan hat sie sich auf personalisierte Stickereien spezialisiert.

Warum kreierst du Mode lieber in Eppan als in Rom?

Rom schenkt einem viel Inspiration und Ideen, aber es gibt dort auch viele Ablenkungen. Der Hauptgrund, nach Hause zurück zu kommen, war das enge Band zu meiner Familie und die Lebensqualität, die wir hier haben. Diese Dinge lösen eine Gelassenheit in mir aus, die es ermöglicht, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Was inspiriert dich hier?

Meine Träume und Emotionen.

Ein Markenzeichen von dir: die Stickerei. Was gefällt dir daran?

Ich liebe die Handarbeit, etwas zwischen meinen Händen entstehen zu sehen und es auch im Laufe der Arbeit noch zu verändern. Die Idee entsteht im Kopf, aber während der Realisierung kann alles umgeworfen werden, da mich die Arbeit neu inspiriert. Das ist ein besonderes Gefühl, eine Leidenschaft.

Welche Geschichte sollen deine Klamotten erzählen?

Mir gefällt die Vorstellung, dass meine Stickereien wie Tattoos Geschichten erzählen. Die Kleider werden zu einer Leinwand, auf der ich persönliche Erinnerungen, Momente und Symbole verstecken kann, die für jeden Kunden eine einzigartige Bedeutung haben. Auf diese Art und Weise habe ich auch auf meinem Hochzeitskleid gestickte Zeilen für meinen Mann versteckt.
SILVIA DELLAGIACOMA


 
 
 
 
Veröffentlicht am 19.05.2020
 
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